Tuesday, May 1, 2012

35. Moerser Schlossparklauf

Am letzten Samstag habe ich, nachdem ich in den letzten Monaten ein klein wenig Wettkampfpause gemacht hatte beim Schlossparklauf in Moers mitgemacht. Schließlich hatten Sabrina und ich den Lauf im letzten Jahr beide gewonnen und wollten dies wenn möglich gerne wiederholen. Ausgerechnet am Samstag ist es zum erstenmal in diesem Jahr etwas drückend warm geworden, aber da die Strecke durch den Schlosspark mit vielen engen Kurven und Schotterwegen sowieso keine richtig schnellen Zeiten hergibt ist das auch nicht so schlimm, besser als das Regenwetter der letzten Wochen ist es allemal. Der Start erfolgt wieder auf dem Sportplatz des Moerser TV und nach ein paar hundert Metern setze ich mich erstmal an die Spitze und ein Läufer heftet sich direkt an meine Fersen. Der Läufer kommt mir bekannt vor, es ist Jamal Kichou, der im letzten Jahr beim Schlossparklauf sehr schnell angegangen war und ich alle Mühe hatte ihn wieder einzuholen. Diesmal versucht er anscheinend solange an mir dran zu bleiben wie möglich. Dern ersten Kilometer laufe ich in 3:22, den zweiten in 3:25 und danach behalte ich dieses Tempo so halbwegs konstant bei. Der Fahrer auf dem Führungsfahrrad hat jetzt einiges damit zu tun uns den Weg freizurufen und die ganzen Spaziergänger die im Schlosspark unterwegs sind dazu zu bewegen die Strecke frei zu machen. Am Ende der ersten von zwei fünf Kilometer langen Runden kann ich mich schließlich langsam absetzen. Nach der ersten Runde zeigt die Uhr 17:05, das entspricht genau einem 3:25er Schnitt und ist immerhin ein klein wenig schneller als mein Tempo an gleicher Stelle vor einem Jahr. Auf der zweiten Runde kann ich dann ohne größere Schwierigkeiten dem Führungsfahrrad hinterher rennen und meinen Vorsprung vergrößern und komme in 34:15 ins Ziel, die zweite Runde war nur 5 Sekunden langsamer als die erste. Damit konnte ich meinen Vorjahressieg schonmal wiederholen und warte jetzt auf Sabrina. Und tatsächlich biegt sie nach 40 Minuten als erste Frau auf den Sportplatz ein, läuft dort durch die Zielkurve und ist in 40:45 im Ziel. Damit ist sie über eine Minute schneller als vor einem Jahr und wir konnten unseren Doppelsieg wiederholen. Das war ein erfolgreicher Nachmittag für uns und es hat Spaß gemacht mal wieder einen Wettkampf zu laufen.

Sunday, April 8, 2012

Harzer Hexen-Stieg, 3. Tag

Meine dritte und letzte Etappe auf dem Hexen-Stieg startet an der Talsperre Wendefurth und führt mich bis zum Endpunkt des Hexen-Stiegs in Thale. Als ich mich morgens um halb neun auf den Weg mache ist es noch etwas nebeliger als am Vortag, die Sichtweite beträgt ungefähr zehn Meter. Auf dem Weg vom Hotel zurück zur Strecke des Hexen-Stiegs mache ich noch einen kurzen Abstecher an der Staumauer der Rappbode-Talsperre vorbei, mit 106 Metern die höchste Staumauer in Deutschland. Allerdings kann ich durch den Nebel gar nichts davon sehen wie weit es in die Tiefe geht als ich auf der Staumauer stehe. Von dort laufe ich über einen schmalen Waldpfad bergab zur Talsperre Wendefurth und von dort aus immer an der Bode entlang. Zunächst erreiche ich die Orte Altenbrak und anschließend Treseburg. Ab Treseburg beginnt das Bodetal sich zu verengen und die Talflanken werden immer höher und steiler und formen schließlich eine beeindruckende Schlucht. Der Weg wird schmal und verläuft oft an einer Steilwand entlang. Der Nebel hat sich inzwischen ein klein wenig gelichtet so dass ich die beeindruckenden Felswände in die sich die Bode tief eingeschnitten hat ganz gut sehen kann. Kurz vor Thale öffnet sich das Tal wieder weiter, ich komme an der letzten Hexen-Stieg-Stempelstelle vorbei und laufe schließlich durch die Straßen von Thale. Nach den letzten Metern durch den Friedenspark habe ich den offiziellen Zielpunkt des Hexen-Stiegs erreicht. Mit ca. 22 Kilometern war die heutige Etappe nicht mehr ganz so lang. Direkt neben dem Zielpunkt ist das Tourist-Info Büro von Thale wo ich mir meine "Finisher-Medaille", die Hexen-Stieg-Wandernadel abhole.

Direkt gegenüber von der Tourist-Info liegt der Bahnhof, von dort aus geht es mit der Bahn zurück nach Osterode und von dort wieder nach Hause.
Der ganze Lauf war einfach eine geniale Aktion, auf jedem Meter der Strecke hat das Laufen Spaß gemacht, naja, abgesehen vom letzten Anstieg vor Talsperre Wendefurth am Ende des zweiten Tages vielleicht. ;-) Das lange Laufen mit dem sieben Kilogramm schweren Rucksack und die Selbstversorgung unterwegs haben ohne nennenswerte Probleme geklappt, da war ich vorher ja schon etwas gespannt ob das wirklich alles so hinhaut wie ich mir das vorgestellt hatte.
Mit dem Wetter hatte ich letztlich auch noch Glück, zwar hatte ich wenig strahlenden Sonnenschein und sehr viel Nebel, aber immerhin bin ich an allen drei Tagen von Regen und Frost verschont geblieben.

Saturday, April 7, 2012

Harzer Hexen-Stieg, 2. Tag

Am Abend nach meinem ersten Tag auf dem Hexen-Stieg bemerke ich dass ich den Adapterstecker den ich brauche um den Akku meiner GPS-Uhr wieder aufzuladen vergessen habe. Wirklich schlimm ist das nicht da ich die Strecke auch noch mit dem GPS-Handgerät aufzeichnen kann, etwas blöd ist nur dass das Handgerät keine ganz so "intelligente" Aufzeichnungsfunktion besitzt wie die Uhr und mir unterwegs immer etwas zu viele Kilometer anzeigen wird und ich die aufgezeichneten Daten dann zu Hause nocheinmal nachberabeiten muss.
In der Nacht hatte sich das Wetter leider etwas verschlechtert, es ist sehr nebelig als ich mich morgens in Altenau wieder auf den Weg mache, aber immerhin regnet es nicht und es hat sich nicht zu sehr abgekühlt. Das ist heute das wichtigste da bei Frost vereiste Wege auf dem Brocken meine größte Sorge waren. Aber wie es aussieht wird die Temperatur auch auf dem Gipfel deutlich über Null Grad sein, also alles gut.
Der Hexen-Stieg führt ab Altenau durch den Nationalpark Harz und im Gegensatz zum ersten Tag werden die Wege heute deutlich schmaler, holperiger und steiler. An manchen Stellen versperren umgestürzte Bäume den Weg und ich muss etwas Klettern. Ab Torfhaus wird es etwas belebter auf dem Weg, ich überhole einige Wanderer auf dem Weg zum Brockengipfel. Je höher ich komme desto mehr Schnee liegt links und rechts der Wege und schließlich auch auf dem Weg. Mitten im Wald laufe ich über die ehemalige innerdeutsche Grenze und kurz vor dem Gipfel verläuft der Weg für ein Stück parallel zu den Gleisen der Brockenbahn. Durch den dichten Nebel beträgt die Sichtweite auf dem Gipfel ungefähr 20 Meter, also nix mit toller Aussicht. Nach einer kleinen Runde auf dem Gipfelplateau, vorbei an Brockenhotel, Brocken-Gipfelstein, Brockenhaus, Fernsehturm und Brockenbahnhof mache ich mich wieder auf den Weg nach unten in Richtung Drei-Annen-Hohne. Dort verlasse ich das Gebiet des Nationalparks wieder und laufe weiter Richtung Königshütte, an der Ruine der Königsburg vorbei, einer kleinen Überleitungstalsperre die sich etwas in die länge zieht und schließlich geht es noch einmal einen recht ordentlichen Anstieg hoch und dann wieder hinunter zu dem Ort Rübeland.
Ich meine ganz gut in der Zeit zu liegen, auch wenn die Anzahl der zurückgelegten Kilometer die mir das GPS-Handgerät anzeigt wahrscheinlich etwas übertrieben ist. Allerdings erscheint mir bei einem Blick auf die Karte die verbleibende Wegstrecke bis zu meinem heutigen Etappenziel an der Talsperre Wendefurth doch noch recht lang. Wie es aussieht habe ich mich mit meiner Schätzung dass die heutige Laufstrecke ca. 50 Kilometer lang werden wird ein wenig vertan. Also versuch ich mich mal etwas zu beeilen um nicht erst spät abends an meinem Hotel einzutreffen.
Der nächste Ort am Hexen-Stieg ist Neuwerk und kurz darauf erreiche ich auch schon die Talsperre Wendefurth, was aber noch nicht bedeutet dass ich mein Ziel für heute erreicht habe, da das Hotel auf der gegenüberliegenden Seite des Stausees liegt und ich diesen erst noch halb umrunden muss. Zunächst muss ich einen weiteren Anstieg hoch, im Vergleich zum Brocken zwar nur ein Mini-Anstieg, aber da mir jetzt schon ein paar mehr Kilometer in den Beinen stecken als heute Morgen geht es nicht mehr ganz so locker da hoch. Oben angekommen verrät mir ein Hinweisschild dass hier ein Stück des Hexen-Stiegs wegen Waldarbeiten gesperrt ist, aber eine Umleitung ist zum Glück ausgeschildert. Angeblich soll die Umleitung sogar etwas kürzer sein als das gesperrte Stück, was ich im Nachhinein aber stark bezweifele. Nach der Umleitung erreiche ich die Staumauer der Talsperre Wendefurth und muss nur noch einen letzten Anstieg hoch, dann habe ich mein Hotel nach neuneinhalb Stunden auf den Beinen erreicht.
Nachdem ich inzwischen den aufgezeichneten GPS-Track manuell korrigiert habe dürften es 59 Kilometer an diesem Tag gewesen sein, also ein klein wenig mehr als die vorher geschätzten 50. ;-) Natürlich war es anstrengend, aber insgesamt hat auch diese lange Laufstrecke mit dem Rucksack auf dem Rücken sehr gut geklappt und nach einer erholsamen Nacht freue ich mich schon auf das dritte und letzte Teilstück des Hexen-Stiegs.

Friday, April 6, 2012

Harzer Hexen-Stieg, 1. Tag


In der Woche vor Ostern habe ich Urlaub und will will ein kleines Laufabenteuer realisieren. Ich habe vor einmal auszuprobieren mehrere Tage am Stück mit Rucksack laufend unterwegs zu sein. Der Harzer Hexen-Stieg mit einer Länge von ca. 100 Kilometern erscheint mir ganz gut geeignet und sollte in drei Tagen, inklusive An- und Abreise machbar sein. Außerdem war ich noch nie im Harz und will da seit ein paar Jahren schon endlich mal hin.
Der Hexen-Stieg durchquert den Harz von West nach Ost, beginnend in Osterode in Niedersachsen, mit dem Ziel in Thale in Sachsen-Anhalt. Unterwegs überschreitet man den Brocken, mit 1141 Metern Höhe der höchste Berg Norddeutschlands.
Die Wetteraussichten sind vorher leider etwas durchwachsen, auf dem Brockengipfel werden die Temperaturen in den nächsten Tagen nur knapp über Null Grad liegen und es wird windig und möglicherweise auch etwas regnerisch werden. Am Montag der Woche entschließe ich mich aber den Lauf von Dienstag bis Gründonnerstag durchzuziehen, buche schnell zwei Hotels für die Übernachtungen unterwegs, drucke mir das Bahnticket für die Rückfahrt von Thale nach Osterode aus und packe meinen Rucksack. Inklusive einer 1,5 Liter Wasserflasche und etwas essbarem werde ich mir die nächsten Tage 7,3 Kilogramm auf den Rücken schnallen.
Am Dienstag Morgen setze ich mich um halb neun ins Auto und mache mich auf den Weg nach Osterode. Überraschenderweise wird das Wetter heute besser als angekündigt, es ist nur leicht bewölkt und zeitweise scheint die Sonne. In Osterode gehe ich noch schnell zur Tourist-Info und hole mir den Hexen-Stieg-Wanderpass, einen "Hexen-Stieg-Laufpass" gibt es nicht. ;-) Damit kann ich unterwegs an bestimmten Stempelstellen Stempel sammeln und mir hinterher die Hexen-Stieg-Wandernadel holen, als Finisher-Medaille sozusagen. ;-)
Gegen halb eins bin ich endlich mit allen Vorbereitungen fertig und mache mich auf den Weg. Von Osterode aus geht es direkt einige Kilometer bergauf durch den Wald. Mit dem Rucksack auf den Rücken geht es etwas schwerer und langsamer als normal, aber daran gewöhne ich mich schnell. Aufgrund des guten Wetters habe ich von Zeit zu Zeit eine schöne Aussicht auf die Landschaft des Harz. Ab und zu begegne ich dem ein oder anderen Wanderer, aber wirklich viele sind heute nicht unterwegs. Ansonsten gibt es heute immer wieder kleine und große Stauteiche sowie zahlreiche Gräben und Kanäle entlag des Hexen-Stiegs zusehen, allesamt Bestandteile des Weltkulturerbes Oberharzer Wasserregal. Mit diesem weitverzweigten System von Gräben und Kanälen wurde teilweise schon vor Jahrhunderten Wasser dorthin geleitet wo es für den Bergbau im Harz gerade benötigt wurde um Wasserräder anzutreiben mit den Förderkörbe hochgezogen oder Blasebälge für die Schmieden angetrieben wurden.
Am späten Nachmittag erreiche ich den Ort Altenau, mein Etappenziel für heute. Die 27 Kilometer liefen auch mit Rucksack noch recht locker. Ich bin gespannt auf den nächsten Tag, an dem es über den Brocken und mit ca. 50 Kilometern Laufstrecke etwas anstrengender werden sollte.

Saturday, March 10, 2012

Fuck den Kaiser


Am letzten Sonntag hatten die Endorphinjunkies in Dortmund einen spassigen Lauf veranstaltet den wir uns nicht entgehen lassen wollten: den Fuck den Kaiser Marathon. Dabei handelte es sich nicht um einen offiziellen Wettkampf, sondern um eine private Spaßveranstaltung, entsprechend haben wir das auch eher locker als Trainingslauf gesehen. Die Strecke hat es allerdings in sich: Gesartet wird am Ufer des Hengsteysee, von dort aus geht es gut einen Kilometer durch den Wald steil bergauf bis zum Kaiser Wilhelm I Denkmal auf der Hohensyburg und dann gut einen Kilometer ebenfalls durch den Wald und nicht weniger steil wieder den Berg runter und zurück zum Ausgangspunkt. Die Runde läuft man einfach 20 Mal, macht insgesamt einen Marathon und ungefähr 2500 Höhenmeter. Uns war natürlich vorher schon klar dass das ein recht anstrengender Trainingslauf werden würde, aber am Ende wurde es doch noch etwas anstrengender als wir uns das vorher haben vorstellen können.

Kaiser Wilhelm Denkmal

Ungefähr 40 Teilnehmer haben sich um neun Uhr am Start auf dem Parkplatz am Hengsteysee eingefunden. Zunächst geht es gemütlich los, die erste Runde laufen alle zusammen um die Strecke erstmal kennen zu lernen. Sabrina und ich laufen dabei ganz hinten. So ganz klappt das zwar nicht mit dem "alle zusammen laufen", auch auf der ersten Runde zieht sich das Teilnehmerfeld schon ein wenig auf der Strecke auseinander, aber nach ungefähr 23 Minuten haben wir die erste Runde sehr locker geschafft. Sabrina hatte sich von Anfang an vorgenommen nicht den vollen Marathon zu laufen, sondern einige Runden damit daraus ein langer Lauf wird. Ich möchte schon den Marathon durchlaufen, vor allem möchte ich die ganze Strecke wirklich laufen, ohne Gehpausen. Auf den Runden zwei bis vier überhole ich erstmal einige Läufer und liege danach an zweiter Stelle was sich bis zum Ende auch nicht mehr ändern sollte. Auf dem Bergaufteil gehen fast alle den ein oder anderen Abschnitt, ich laufe auch berghoch durch, Tempo egal, hauptsache laufen. Mein Tempo pendelt sich bei 15 Minuten für eine Runde ein. So geht Runde um Runde vorbei und nach exakt 2 Stunden und 30 Minuten habe ich die erste Hälfte, also zehn Runden, geschafft und es geht weiterhin recht locker. Daher mache ich mich gut gelaunt und optimistisch diesen Lauf nach fünf Stunden erledigt zu haben auf in die zweite Hälfte. Nach zwölf Runden habe ich zum ersten Mal das Gefühl dass es langsam anstrengend wird. Nach sechzehn Runden werde ich merklich langsamer und denke mir gut dass es bald geschafft ist. Insbesondere auf dem Bergabteil brauche ich jetzt deutlich länger da meine Beine langsam weich werden und ich nicht mehr viel Kraft habe, auf dem holperigen und kurvigen Waldweg muss ich vorsichtig laufen um mich nicht noch lang zu legen. In den letzten Runden werden meine Pausen am Verpflegungspunkt immer länger und nach der achtzehnten Runde ist es dann so weit, ich bin so platt dass ich den Berg hoch nicht mehr laufen kann und Gehpausen einlegen muss. War also nix mit durchlaufen. Nach einer letzten ausgehnten Trinkpause am Verpflegungsstand mache ich micht dann auf den Weg in die zwanzigste und damit letzte Runde, den Berg hoch wiederum gehend, dann ein letztes Mal an Kaiser Wilhelm I vorbei und den Berg wieder runter und nach fünf Stunden und 18 Minuten habe ich es endlich geschafft. Dafür dass es nur ein Trainingslauf sein sollte bin ich ganz schön fertig.

Höhenprofil

Inzwischen, also fünf Tage nach dem Lauf, ist der Muskelkater auch wieder weg und wenn der Lauf im nächsten Jahr wieder stattfindet sind wir bestimmt auch wieder dabei. :-)

Wednesday, February 29, 2012

Egmond

Das letzte Wochenende haben Sabrina und ich mal wieder für einen Kurzurlaub in Egmond aan Zee in Holland genutzt. Am Sonntag Morgen sind wir eine schöne 38 Kilometer lange Runde durch die Dünen gelaufen. Das ganze Dünengebiet dort ist ein großes Naturschutzgebiet (Noordhollandse Duinreservaat). Neben zeitweise vollständig abgesperrten Brutgebieten verschiedener Vogelarten leben dort auch einige Wildpferde und schottische Hochlandrinder denen wir bei unseren Läufen dort schon öfters begegnet sind. Diese Rinder tragen recht imposante Hörner auf ihren Köpfen.

Daher habe ich bei meinen ersten Begegnungen mit denen auch immer einen größeren Bogen in respektvollem Abstand drumherum gemacht. Doch mit der Zeit hatte ich gelernt dass die schottischen Hochlandrinder sehr gutmütige Tiere sind und man wirklich keine Angst haben muss dass so eine Kuhe einem plötzlich mit gesenkten Hörnern hinterherrennt.
Bei unserem Lauf am diesem Sonntag Morgen begegneten wir einer Kuh die mitten auf dem Weg vor uns stand. Der Weg war an dieser Stelle nicht besonders breit, aber doch so breit dass man noch an der Kuh vorbei kommen könnte.

Hinter der Kuh stehen bereits zwei wartende Spaziergänger die in entgegengesetzter Richtung unterwegs sind und sich offensichtlich nicht trauen zwischen Kuh und Gebüsch hindurchzugehen. Aber da ich ja inzwischen weiß dass diese schottischen Hochlandrinder gaaaaanz liebe Tier sind schleiche ich mich ganz vorsichtig an der Kuh, die gerade auch noch zu anderen Seite guckt vorbei. Als ich schon fast vorbei bin dreht die Kuh plötzlich ihren Kopf in meine Richtung und senkt die Hörner. Ups. Mit ein paar schnellen Sprintschritten laufe ich begleitet vom Lachen der Spaziergänger einige Meter weit von der Kuh weg. Puh, geschafft jetzt bin an der Kuh vorbei, die übrigens immer noch seelenruhig an gleichen Stelle auf dem Weg steht. Nur Sabrina steht immernoch auf der anderen Seite vor der Kuh. Aber nachdem sie gesehen hat wie die Hörner mir plötzlich doch recht nahe gekommen waren zieht sie es vor sich in einem größeren Bogen durch das Gebüsch an der Kuh vorbeizukämpfen.
Die Spaziergänger haben anscheinend gewartet bis die Kuh mal wieder den Weg frei gemacht hat und ins Gebüsch verschwunden ist. Aber so genau weiß ich das nicht, wir sind dann mal weitergelaufen.

Sunday, January 29, 2012

34. DSD Crosslauf

Am Samstag haben Sabrina und ich unseren ersten Wettkampf im Jahr 2012 absolviert. Wie vor zwei Jahren schon hatten wir uns dafür den DSD Crosslauf in Düsseldorf ausgesucht. Der Lauf hat zwar "Cross" im Namen, ist aber eher ein Waldlauf in recht hügeligem Gelände und nicht wirklich "cross", zumal die Strecke diesmal völlig trocken war.
Als wir unsere Startnummern abholen erfahren wir eher zufällig das die Strecke kurzfristig geändert werden musste. Da auf der ursprünglichen vorgesehenen Strecke eine Brücke wegen einer Baustelle gesperrt wurde gibt es jetzt eine komplett andere Strecke. Es stellt sich heraus das Start und Ziel verlegt wurden und das die Runde durch den Wald diesmal eine ganz andere ist als vor zwei Jahren. Gut das noch am Rande mitzukriegen, wenn wir zum ursprünglich geplanten Start gegangen wären hätten wir wohl alleine mitten im Wald rumgestanden...
Anstatt im Wald findet der Start jetzt auf einem Sportplatz statt, von da aus läuft man erstmal zum Wald hin, dort zwei Runden und dann wieder zurück zum Sportplatz, sollte insgesamt etwas kürzer als die 14 Kilometer die ursprünglich ausgeschrieben waren sein. Soweit so gut, kleiner Haken an der neuen Runde war noch dass sich die Strecke im Wald einmal keuzt, was sich später noch als größeres Problem herausstellen sollte.
Da wir diesmal, anders als bei den letzten Wettkämpfen, recht zeitig losgefahren waren haben wir noch genug Zeit uns warmzulaufen. Aber als es dann losgeht komme ich auf den ersten Kilometern trotzdem nicht so richtig in die Puschen, die ersten Berge hoch fällt es mir recht schwer. Daher falle ich auch gleich mal etwas zurück, habe aber vier Läufer in Sichtweite vor mir, was auch ganz gut ist, so muss ich nur hinterher rennen und brauch nicht auf die Streckenmarkierungen schauen. Nach der ersten Runde läuft es langsam besser und ich hole auch wieder auf. Kurz nachdem wir auf die zweite Runde eingebogen sind tauchen schon einige Läufer vor uns auf bei denen es sich um überrundete Läufer handeln muss, wir überholen einige und dann taucht auch Sabrina vor mir auf. Hmmmm, seltsam, wir sind jetzt ein halbe Stunde unterwegs und wenn ich Sabrina jetzt überrunde dürfte sie gerade erst am Anfang der ersten Runde, also bei Kilometer zwei bis drei sein... irgendetwas stimmt hier nicht. Aber da ich noch zwei andere Läufer und auch das Führungsfahrrad in Sichtweite vor mir habe kann ich mir nicht vorstellen dass ich falsch gelaufen bin. Also laufe ich erstmal weiter, kann man jetzt eh nix dran ändern. An einem langen Anstieg überhole ich schließlich den Läufer auf Platz zwei und der führende Läufer ist jetzt auch nur noch geschätzte 50 Meter vor mir, auf dem Weg zurück zum Sportplatz kann ich auch nochmal etwas aufholen, aber um ihn einzuholen reicht es dann doch nicht mehr und ich werde zweiter. Irgendwie sammel ich im Moment zweite Plätze. Nach dem Wir4städtelauf, dem Rennbahncross und dem Nikolauslauf ist das schon vierte zweite Platz in sechs Wettkämpfen. Aber ich bin mit meinem Lauf ganz zufrieden, mit den ganzen Hügeln war es keine so leichte Strecke und ich denke ich habe es mir auch ganz gut eingeteilt.
Da mir schnell kalt wird nachdem ich ins Ziel gekommen bin laufe ich schnell einmal zum Auto um mir eine Jacke zu holen, von da aus laufe ich schnell rüber zur Strecke und warte auf Sabrina, und warte, und warte... Vielleicht ist sie schon im Ziel und ich habe sie gerade verpasst als ich am Auto war. Also schnell wieder zum Ziel - aber Sabrina ist noch nicht da. Also wieder ein Stück die Strecke entlang, dann müsste ich ihr ja entgegen kommen. Inzwischen laufen auch schon recht langsame Läufer zum Ziel, Sabrina müsste längst da sein. Dann endlich kommt sie und erklärt mir dass sie fast drei Runden durch den Wald gedreht hat. Tja, an der Kreuzung muss ein Läufer falsch abgebogen sein und ganz viele andere dann hinterher. Der Streckenposten an der Stelle muss offensichtlich nicht wirklich aufgepasst haben und dadurch sich dann zahlreiche Läufer zweidreiviertel anstatt zwei oder mache auch nur eindreiviertel Runden gelaufen. Jedenfalls kann man die Ergebnisliste, wenn sie denn irgendwann mal auf der Homepage des Veranstalters erscheinen sollte getrost in die Tonne kloppen. Wenn sie die richtige Strecke gelaufen wäre, dann wäre Sabrina wahrscheinlich zweite oder dritte Frau geworden, aber ein sehr langer Tempodauerlauf und damit ein gutes Training war es auch so. :-)

Friday, January 6, 2012

Zum Jahresabschluss durch den Schlamm

Nachdem der Silvesterlauf 2010 für Sabrina und mich verletzungsbedingt ausgefallen war konnten wir 2011 zum Glück wieder mit einem Lauf abschließen. Diesmal hatten wir uns eine kleine Veranstaltung in der näheren Umgebung ausgesucht: den Silvesterlauf durch den Forstwald in Krefeld.
Eigentlich ist das ein Waldlauf, es geht viermal über eine ca. zwei Kilometer lange Runde durch den Wald. Aber in diesem Jahr hatte sich die Runde nach tagelangem Regen vor Silvester in eine Strecke verwandelt auf die so manche Crossveranstaltung stolz gewesen wäre.
Nachdem wir mal wieder etwas knapp vor dem Start angekommen sind fällt das Einlaufen etwas kurz aus. Wir hatten vor die Runde vor dem Start schon einmal komplett abzulaufen, aber in den wenigen Minuten die uns bleiben reicht es nur um einmal die Gerade auf der der Start und Ziel liegen hin und herzulaufen und dann geht es auch schon los.
Nach wenigen Metern bin ich bereits so mit Dreck und Schlamm vollgespritzt dass es danach egal ist, die Klamotten sich jetzt einmal nass und eingesaut. Weil ich beim Start etwas geschlafen habe muss ich mich jetzt erstmal an ein paar Läufern vorbei nach vorne kämpfen. An der Spitze setzen setzen sich erstmal zwei Läufer ab, ich laufe zusammen mit einer Hand voll anderen Läufer ungefähr 20 Meter hinterher. Nach der ersten Runde sind wir immernoch recht knapp dahinter, aber ab der zweiten Runde ziehen die beiden das Tempo nochmal an und sind schon bald nicht mehr zu sehen. Ich kann mich anschließend immerhin von den anderen Läufern etwas absetzen und laufe einem dritten Platz entgegen. So richtig locker sind meine Beine heute nicht, ist aber auch kein Wunder, der 57km-Lauf auf dem DU-Weg drei Tage zuvor haben meine Beine noch nicht so ganz verdaut. Am Ende muss ich mich ganz schön anstrengen, komme aber als dritter ins Ziel und schleppe grob geschätzt ein Kilo Schlamm an meinen Klamotten mit mir rum.
Wenige Minuten später kommt auch Sabrina ins Ziel, als zweite Frau. Damit haben wir beide zum Abschluss des Jahres nochmal Ergebnisse erzielt mit denen wir ganz zufrieden sind und noch einen schönen Lauf mitgemacht.

Thursday, December 29, 2011

DU-Weg, Teil 2


Nachdem ich Ende November die nördliche Hälfte des Rundwanderwegs rund um Duisburg (DU-Weg) gelaufen bin war gestern die südlich Hälfte dran.
Es geht wieder im Duisburger Westen, an der Stadtgrenze zu Moers los, diesmal in Richtung Süden, bei sonnigem Wetter, aber dafür zunächst mit kräftigem Wind von vorne. Den ersten Teil der Strecke kenne ich schon von früheren Läufen recht gut. Zunächst laufe ich am Toeppersee und der Montana-Ranch vorbei zur Fiemersheimer Rheinaue. Von dort geht es weiter am Rheinufer entlang, vorbei an der Eisenbahnsiedlung bis nach Krefeld-Uerdingen. Dort liegen die alte Dujardin-Brennerei und der riesige Chempark (Bayer-Uerdingen) am Wegesrand. Inzwischen hat sich die Sonne verzogen und der Himmel hat sich eingetrübt, nur der kräftige Gegenwind ist leider geblieben.
Über die Krefeld-Uerdinger Brücke überquere ich jetzt den Rhein und laufe weiter auf dem Rheindeich durch die Mündelheimer Rheinaue bis zur Stadtgrenze zwischen Duisburg und Düsseldorf. Dieser Teil der Strecke ist neu für mich, auch bei meinen Läufen am Rhein entlang habe ich die Mündelheimer Rheinaue bisher gemieden und bin lieber an der Bundesstraße entlang gelaufen, unter anderem wegen der zahlreichen großen Hunde die die Leute hier von der Leine lassen. Und prompt werde ich diesmal von einem Hund zweimal angesprungen, seine Besitzerin scheint es auch nicht für nötig zu halten sich zu entschuldigen oder den Hund vielleicht mal festzuhalten.
Schließlich verlasse ich den Rheindeich in Richtung Duisburg-Rahm. Dort dreht sich der Weg Richtung Norden und verläuft an der Ostgrenze zu Ratingen und Mülheim entlang für viele Kilometer komplett durch den Stadtwald. Erst am Duisburger Zoo verlasse ich den Stadtwald wieder, laufe aber direkt in den nächsten Wald hinein als es auf den Kaiserberg hinauf geht. Leider hat es es sich inzwischen so eingetrübt dass ich vom Aussichtspunkt auf dem Kaiserberg außer vielen Wolken nichts mehr sehe. Auf den letzten Kilometern geht es noch quer durch das Autobahnkreuz Kaiserberg und ein Stück an der Ruhr entlang bis ich wieder am Rhein-Herne-Kanal ankomme. Damit habe ich Duisburg in zwei Etappen vollständig umlaufen, jetzt muss ich nur noch wieder zurück nach Hause.
Inzwischen wird es schon wieder dunkel und ich beeile mich ein wenig auf den letzten Kilometern. Am Ende sind es wie schon beim ersten Teil des DU-Wegs wieder 57km.

Thursday, December 15, 2011

Bittermark

Am letzten Wochenende waren wir in Dortmund und haben bei der Gelegenheit eine Runde auf einer Strecke gedreht, die in den zehneinhalb Jahren die ich in Dortmund wohnte zu meinen regelmäßigen Trainingsstrecken gehörte und die ich jetzt schon über fünf Jahre nicht mehr gelaufen war. Die Strecke führte von der Uni durch Barop, das Bolmke-Tal, den Rombergpark und schließlich die Bittermark hoch und dann das ganze wieder zurück. Die Runde bin war ich wahrscheinlich schon ein paar hundert Mal gelaufen und hatte daher auch nach fünf Jahren keine Schwierigkeiten alles wiederzufinden. Interessant war zu sehen was sich in der Zeit alles so verändert hat entlang der Strecke, hier ein paar neue Häuser, da ein paar Bäume weg, ein paar neue Straßen.
Im Gegensatz zu meinen jetzigen Trainingsstrecken am Niederrhein war es hier richtig hügelig, am liebsten würde ich mir ein paar Berge einpacken und mitnehmen, trainingsrtechnisch wäre es jedenfalls vorteilhaft.

Wednesday, December 14, 2011

Nikolauslauf 2011

Am ersten Samstag im Dezember fand wieder der Herdecker Nikolauslauf statt. Diesmal wieder auf der "richtigen" 9,6 Kilometer langen Strecke rund um den Hengsteysee. Im letzten Jahr musste noch auf eine verkürzte Pendelstrecke auf dem Südufer ausgewichen werden da das Nordufer wegen Steinschlaggefahr gesperrt war. Nachdem ich vor zwei Jahren krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnte und Sabrina im letzten Jahr verletzt zuschauen musste konnten wir in diesem Jahr zum ersten Mal beide an diesem Lauf teilnehmen.
Vor dem Start treffe ich noch kurz Hermann, meinen ehemaligen Trainer. Er sagt mir dass Jonas, sein Schützling der den Lauf vor zwei Jahren gewonnen hatte diesmal, obwohl angemeldet, leider nicht mitlaufen kann. Damit dürften mein Vereinskamerad Klaus und ich zu den vermutlich schnellsten Läufern gehören die heute hier starten. Nach dem Start sind Klaus und ich dann tatsächlich sehr schnell alleine an der Spitze und das soll sich auch bis kurz vor dem Ziel nicht mehr ändern, wobei es hauptsächlich Klaus ist der immer wieder auf das Tempo drückt während ich schon einige Male kämpfen muss den Anschluss zu halten. Folgerichtig ist es auch Klaus der auf den letzten Metern nochmal etwas zulegen kann und den Lauf knapp gewinnt, so muss ich mich wie schon im letzten Jahr und nun schon zum fünftem Mal insgesamt mit dem zweiten Platz bei diesem Lauf begnügen.
Kurz nach Klaus und mir kommt dann Oli, ebenfalls aus unserem Verein, als dritter ins Ziel. Damit haben wir die beim Nikolauslauf zum ersten Mal ausgetragene Mannschaftswertung natürlich eindeutig gewonnen.

Saturday, December 3, 2011

DU-Weg, Teil 1


Rund um Duisburg hat der Sauerländische Gebirgsverein einen Rundwanderweg mit "DU" in einem Kreis markiert, den DU-Weg. Diesen Rundweg wollte ich gerne einmal laufen, da mir der Weg mit einer Länge von ungefähr 90 Kilometern doch noch etwas zu lang erschien um den an einem Stück zu laufen habe ich mir überlegt den Weg in zwei Hälften, die mit dem Stück zurück nach Hause beide jeweils zwischen 55 und 60 Kilometer lang sind zu laufen. Am letzten Sonntag war die erste Hälfte, die nördliche dran. Leider war das Wetter nach einer langen Zeit mit schönem und trockenem Wetter ausgerechnet an diesem Tag wieder schlecht geworden. Es war recht kalt und windig und mich haben unterwegs mehrere Schauer erwischt, daher habe ich diesmal ausnahmsweise auch kaum Fotos gemacht.
Los ging es an der Stadtgrenze zwischen Duisburg und Moers und von da aus in einem großen Bogen um die nördliche Hälfte Duisburgs. Dabei musste ich natürlich auch den Rhein überqueren, und zwar mit der Fähre von Orsoy nach Walsum. Danach ging es durch einige Duisburger Stadtteile durch die ich vorher bei noch keinem meiner langen Läufe gekommen bin, Stadtteile wie Vierlinden, Röttgersbach und Neumühl. Sehr gut hat mir dabei die Wegführung gefallen. Der Wanderweg führt durch sehr viel Parks und kleine Waldgebiete und zum allergrößten Teil über Feldwege und andere kleine Wege, nur ganz selten sind kleine Stücke die man an einer Straße entlang laufen muss dazwischen. Ich hätte vorher nicht gedacht dass eine derartige Wegführung rund um Duisburg möglich ist. Nach 45 Kilometern, und damit wirklich fast exakt der Hälfte verlasse ich den Rundweg und durchquere das Stadtgebiet einmal von Ost nach West am Rhein-Herne-Kanal und der Ruhrmündung entlang zurück zum Ausgangspunkt. Nach insgesamt 57 Kilometern bin ich wieder zu Hause.
In ein paar Wochen will ich die südliche Hälfte des DU-Wegs laufen, dann hoffentlich bei etwas besserem Wetter.

Saturday, November 26, 2011

Rennbahncross

Auch wenn es nicht gerade meine stärkste Disziplin ist habe ich Crossläufe im Winter immer sehr gerne mitgemacht, doch nach meinem Glatteissturz im letzten Winter werde ich Crossläufe in Zukunft weitgehend meiden, zu groß ist die Gefahr bei einem Sturz meinen beschädigten rechten Arm so richtig zu schrotten. Der Rennbahncrosslauf in Mülheim ist allerdings ein Crosslauf mit einer nicht besonders gefährlichen Strecke auf der die Gefahr zu stürzen auch nicht nennenswert größer sein dürfte als bei einem Straßenlauf. Daher hatte ich am letzten Sonntag mal wieder das Vergnügen cross zu laufen und wie schon einmal vor zwei Jahren habe ich dort wieder einen Doppelstart über beide Strecken, die kurze und und die lange gemacht.
Zunächst geht es auf die kurze Strecke über zwei Runden, was ungefähr 4,1km entspricht. Nach der anhaltenden Trockenheit in den letzten Wochen war die Strecke diesmal relativ leicht zu laufen, während in den letzten Jahren oft tiefer Matsch auf der Rennbahn war konnte man in diesem Jahr über eine feste Wiese laufen, eigentlich schon Bedingungen die die Bezeichnung "Cross" gar nicht verdient haben. Gleich zu Beginn der ersten Runde legen einige junge Läufer an der Spitze ein hohes Tempo vor, ich habe einige Mühe da mitzuhalten. Vor zwei Jahren war das ähnlich und da konnte ich in der zweiten Runde nochmal locker das Tempo anziehen und das Rennen über die kurze Strecke gewinnen, doch diesmal habe ich keine Chance mehr. Ich kann auch in der zweiten Runde nur so gerade dran bleiben und muss auf der letzten Viertelrunde die schnellsten drei Läufer ziehen lassen. Nun ja, ich wusste auch vor dem Start dass ich nicht gerade in Topform bin, aber ein wenig ernüchternd ist dieses Ergebnis schon.
Aber was solls, in einer halben Stunde startet das Rennen über die lange Strecke, dort geht es über vier Runden, was ungefähr 8,3km entspricht, das dürfte mir sowieso schon etwas mehr liegen. Auf der langen Strecke kann sich ein Läufer von der LGO Dortmund fast direkt vom Start weg absetzen, dahinter laufe ich zusammen mit Jörg Mentzen, dem Vorjahressieger. Der Läufer an der Spitze zieht so locker weg, das sieht nach einem souveränen Start-Ziel-Seg aus. Nach der ersten Runde habe ich das Gefühl dass es bei mir trotz des vorangegangen Starts über die kurze Strecke noch recht locker läuft und ziehe das Tempo etwas an. Ich kann mich schnell von Jörg absetzen und laufe einem sicheren zweiten Platz entgegen, hier auf der langen Strecke fühle ich mich gleich wohler, das Tempo niedriger und dafür die Strecke länger, das liegt mir inzwischen wesentlich mehr als diese kurzen schnellen Rennen.

Mein Rückstand auf den führenden Läufer wächst kontinuierlich weiter an, aber jetzt nicht mehr so schnell wie in der ersten Runde. Am Ende werde ich mit einer halben Minute Rückstand zweiter. Damit bin ich sehr zufrieden, nach dem etwas ernüchternden Ergebnis auf der kurzen Strecke war die lange Strecke dann noch richtig gut.
Ein paar Minuten später kommt Sabrina ins Ziel, sie ist bei den Frauen ebenfalls zweite geworden. Dadurch können wir bei der anschließenden Siegerehrung gemeinsam auf der zweiten Stufe des Treppchens stehen. :-)

Saturday, November 12, 2011

15. Rursee-Marathon

Am letzten Sonntag sind Sabrina und ich, wie schon vor zwei Jahren, in die Eifel gefahren um am Rursee-Lauf teilzunehmen. Sabrina wollte diesmal bei dem 16,5km-Lauf eine lockere Runde drehen und ich hatte mir vorgenommen diesmal die ganze Runde um den See, also den Marathon zu laufen. So richtig volles Tempo wollte ich nicht laufen, sondern einfach einen schönen Lauf mitmachen, aber so ein wenig anstrengend wollte ich mich schon, daher hatte ich mir vorgenommen die Runde in drei Stunden zu laufen.
Als wir morgens in Einruhr ankommen ist es im Gegensatz zu den vorangegangenen Tagen doch recht kühl, ich frage mich ob es nicht etwas kalt wird in kurz/kurz zu laufen, aber andere Klamotten habe ich gar nicht eingepackt, daher lohnt es sich auch nicht weiter über die richtige Wettkampfkleidung nachzudenken.
Auf den ersten Kilometern ist die Strecke noch recht flach, doch nach sieben Kilometern geht es zur Staumauer der Urfttalsperre steil hinauf, über die Staumauer drüber und auf der anderen Uferseite wieder bergab, es folgen einige nicht mehr ganz so steile Steigungen und das Grüppchen von Läufern mit dem ich zunächst unterwegs bin zieht sich langsam auseinander. Bei Halbmarathon bin ich 1:28 unterwegs, das Tempo passt also ganz gut um die Runde in unter drei Stunden zu schaffen und meine Beine fühlen sich auch noch ganz gut an. Inwischen ist es auch schon deutlich wärmer geworden und die Sonne strahlt, mit meiner kurz/kurz-Wettkampfkleidung lag ich also doch genau richtig. Nach 30 Kilometern überhole ich den letzten Läufer der vorher noch in Sichtweite vor mir lief, die letzten 12 Kilometer werden jetzt recht einsam, die restlichen Läufer die noch vor mir laufen sind einige Minuten weit weg und damit außer Sichtweite. Nach ungefähr 36 Kilometern geht es dann nocheimal richtig heftig steil bergauf, so langsam wird es anstrengend. Danach geht es mit nur noch kleinen Steigungen am Ufer entlang zurück nach Einruhr. Auf der dem Ziel gegenüber liegenden Uferseite höre ich schon wie Andreas Menz, der Moderator der Veranstaltung mich im Ziel ankündigt, dann geht es nocheinmal über eine Brücke über die Rur und nach 2:57 bin ich im Ziel. Immerhin hat das heute noch für den vierten Platz gereicht. Es war mal wieder ein schöner Lauf und ein schöner herbstlicher Ausflug in die Eifel.



Wednesday, November 2, 2011

9. Jungbornparklauf

In Moers gibt es sechs Laufveranstaltungen, bei fünfen davon war ich in diesem Jahr schon mitgelaufen: Schlossparklauf, Schwafheimer Volkslauf, Utforter Berglauf, Dreihaldenlauf und Wir4städtelauf. Da fehlte also noch die sechste und letzte Laufveranstaltung: der Jungbornparklauf in Moers-Repelen, und der fand am letzten Sonntag statt.
Da das Wetter für Ende Oktober sehr sonnig, warm und trocken ist machen wir uns mit dem Rad auf den Weg nach Repelen. Start und Ziel des Laufs ist, wie der Name schon vermuten lässt, im dortigen Jungbornpark. Die zehn Kilometer werden dann auf zwei fünf Kilometer langen Runden entlang des Moersbachs gelaufen, über die Strecke bin ich vor gerademal zwei Wochen bei meinem Lauf über den Niederrheinweg schon einmal gelaufen.
Da wir recht zeitig im Jungbornpark ankommen kann ich zum Warmlaufen schon einmal eine komplette Fünf-Kilometer-Runde ablaufen. Abgesehen von zwei steilen Rampen ist die Strecke fast völlig flach und führt hauptsächlich über schmale Park- und Feldwege. Gar keine so ganz schlechte Strecke finde ich, und dazu sogar noch amtlich vermessen und damit bestenlistenfähig. Allerdings wird das heute sowieso nix mit einer richtig schnellen Zeit bei mir werden, da ich die letzten Wochen weiterhin nur lockere Läufe gemacht habe und das letzte richtige Tempotraining nun schon fast drei Monate zurück liegt. Aber ich nehme mir vor wenigstens noch unter 35 Minuten zu bleiben.
Im letzten Jahr waren schon nur um die 50 Teilnehmer über die Zehn-Kilometer-Strecke gestartet und auch diesmal versammelt sich ungefähr die gleiche, recht übersichtliche Anzahl von Läuferinnen und Läufern an der Startlinie. Mit dabei sind auch Björn und Sebastian vom Moerser TV, das heisst ich werde mich schon ganz schön anstrengen müssen wenn ich den Lauf mit meiner derzeitigen Form gewinnen will, und das möchte ich schon ganz gerne versuchen.
Nach dem Start laufen wir zusammen mit Markus vom ASV Duisburg zusammen an der Spitze, den ersten Kilometer am Moersbach entlang laufen wir in 3:24, danach pendelt sich das Tempo bei 3:30 ein und Markus und Björn fallen erstmal etwas zurück. Sebastian und ich laufen den Rest der ersten Runde zusammen an der Spitze. Es geht durch ein kleines Wohngebiet, dort steht sogar eine Handvoll Zuschauer an der Strecke und feuert uns an. Anschließend laufen wir durch Felder und Wiesen, wieder über den Moersbach und am Ende der ersten Runde ziehe ich das Tempo ein wenig an und kann mich ein paar Meter von Sebastian absetzen. Nach 17:15 habe ich die erste Runde geschafft und laufe wieder am Start vorbei durch den Jungbornpark. Ich versuche auf der zweiten Runde nochmal etwas das Tempo anzuziehen, aber so wirklich gelingt das nicht, es bleibt bei Kilometerzeiten um die 3:30. Egal, mein Ziel unter 35 Minuten zu bleiben werde ich so gerade schaffen.

Nachdem es noch ein letztes, anstrengendes Mal die Rampe zur Böschung am Moersbach hochgeht habe ich es geschafft, eine 34:45 ist es geworden, nicht so wirklich toll, aber immerhin hat es gereicht um den Lauf zu gewinnen.
Anschließend gibt es bei der Siegerehrung einen schönen Glaspokal für mich und dann folgt noch ein Verlosung bei der aufgrund der übersichtlichen Teilnehmerzahl fast jeder Läufer noch einen kleinen Preis bekommt.

Ein schöner kleiner Lauf ohne viel Schnickschnack, aber dafür mit einer schönen Strecke, freiwilligen Helfern der ausrichtenden Vereine denen man anmerkt dass sie sich wirklich Mühe geben und wie fast immer bei solchen Veranstaltungen: für kleines Geld das Ganze.

Manchmal finde ich es echt erstaunlich wie wenige Läufer den Weg zu solchen vielleicht nicht völlig perfekt organisierten aber dafür umso netter gemachten Veranstaltungen kleiner Vereine finden und stattdessen auf irgendwelche Starkmann-Events, Indoor-Trailruns und ähnlich blödsinnige (meine persönliche Meinung) Erfindungen professioneller Event-Firmen denen sie mit horrenden Startgebühren die Taschen füllen abfahren.